Oberleitungsbetrieb, ...ein Unding?

Tipps und Tricks zum Unterbau und gestallterischen Aspekten
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Tatzu
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Oberleitungsbetrieb, ...ein Unding?

Beitrag von Tatzu » So Sep 11, 2011 1:08 pm

Hallo Leute

Ich bin ein begeisterter Freund von original gestalteter Oberleitung und echtem Oberleitungsbetrieb auf der Modellbahn.
In TT hatte ich das erreicht. Wenn ich mir jetzt aber die japanischen Stromabnehmer aus teilweise Metall und Kunststoff ansehe, ist das eigendlich ein Unding... dachte ich bis gestern. :) Ich habe eigentlich neue Federn für meine TT-Straßenbahn- Stromabnehmer wickeln wollen und habe etwas mit Federdraht experimentiert. Da hab ich mir gedacht,
"schade das das mit Japan N nicht klappt" Ich habe mir schon seit längerem überlegt wie ich die Pantos ohne technische Änderungen zumindest federnd gestalten kann. Damit wenigstens der Panto am späteren Fahrdraht anliegt und mit dem Fahrdraht mitwippt. Sommerfeld kam nicht in Frage.
1.wegen vorbildwiedrigkeit und
2. wegen zu hohem Anpressdruck.
Als mein Päckchen mit Teilen für meine Module kam waren überraschend meine Nachrüststromabnehmer für meine Zug der Serie 231 dabei. Als diese verbaut waren hate ich einen übrig.
was mach ich damit... dachte ich.
:idea: :o Da kam mir die Idee...
Ich habe zwei Federn gebogen, welche ich in den Scherenstromabnehmer eingehängt habe. Diese drücken versetzt zu einander, gegen die Unterschere. Den Kompromiss der sichtbaren Feder gehe ich dafür gerne ein. und wirklich "Sehen" tut man die erst auf den Zweiten Blick und beim ganz nah rann gehen. Der Vorteil: Nichts mus verändert werden. Und wenn ich will, baue ich sie wieder aus und alles ist wie vorher. Eine Hürde dürfte die Kunststoffausführung sein. Aber mal sehen... Mit dieser Freude habe ich gleich weiter gemacht und bei meiner Toyama LRT den Einholmstromabnehmer federnd gemacht. Mit Erfolg. Diese Feder habe ich eingebaut, jedoch ohne den Panto zu verändern. :)
Und "Sehen" tut man die fast garnicht.

wärend die beiden Scherenstromabnehmer einen mittleren Druck aufweisen, federt der Einholmer welcher ganz aus Kunststoff ist butterweich.

Auf den Fotos sieht man das ganz gut. zwei kleine Beweisvideos folgen dann noch von Detlef.

In der Manier geht es weiter. Ich habe diesbezüglich noch zig Ideen die Ich ausprobieren will.
Fest steht, dass ich für die Scherenstromabnehmer- Federn eine Biegevorrichtung bauen werde.

Fortsetzung folgt... ;)
Dateianhänge
Federpanto 1.JPG
Federpanto 2.JPG
Federpanto 3.JPG
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Dr. Yellow
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Re: Oberleitungsbetrieb, ...ein Unding?

Beitrag von Dr. Yellow » So Sep 11, 2011 4:54 pm

Hier die Videos und nicht über die Quali gemeckert, dass was man sehen soll, sieht man. ;)
Ich finde das schon cool, wenn man die Plastik-Schleifer aus Neusilber gebacken bekommt, kann man unter einer gespannten O-Leitung schön Betrieb machen.

Toyama Einholmpanto
http://www.youtube.com/watch?v=t5TsORG1SrE

Scherenstromabnehmer
http://www.youtube.com/watch?v=eY8s0cK8oSI
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Re: Oberleitungsbetrieb, ...ein Unding?

Beitrag von waldi » So Sep 11, 2011 6:03 pm

Ich bin begeistert. Na, da gibt es ein weites Betätigungsfeld, weil sich auch viele Pantografen, ohne das man mit Oberleitung fahren will, nicht ohne Gefahr der Zerlegung öffnen lassen.

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shiniji
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Re: Oberleitungsbetrieb, ...ein Unding?

Beitrag von shiniji » So Sep 11, 2011 7:20 pm

Keine Schlechte Idee, bloß fehlt jetzt noch richtige Japanische Oberleitung, Gummifäden und Deutsches Material fallen ja aus bekannten Grünen raus.

Wobei man gucken muss ob das bei allen Phantos aller Hersteller funzt, gibt ja krasse Unterschiede.
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Tatzu
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Re: Oberleitungsbetrieb, ...ein Unding?

Beitrag von Tatzu » So Sep 11, 2011 9:36 pm

waldi hat geschrieben:Na, da gibt es ein weites Betätigungsfeld, weil sich auch viele Pantografen, ohne das man mit Oberleitung fahren will, nicht ohne Gefahr der Zerlegung öffnen lassen.
Das stimmt allerdings. Bei meiner EF66 JRF von Tomix ist der Panto eine Katastrophe. Ich habe ihn heute zum Ypzigsten mahl beim öffnen zerlegt. Und ne halbe Stunde bald gebraucht bis ich das Sch....ding wieder zusammen hatte.
shiniji hat geschrieben:Keine Schlechte Idee, bloß fehlt jetzt noch richtige Japanische Oberleitung,...
Wobei man gucken muss ob das bei allen Phantos aller Hersteller funzt, gibt ja krasse Unterschiede.
Wie ich schon damals bei Kai gesagt habe. Es bleibt dabei, dass ich Fahrleiung selber baue.
Da es nicht unproblematisch ist, mit Sicherheit auf vorhandenes Material zurückgreifen zu können, werde ich ein, zunächst für die Tomix- und später die Kato- Gleisgeometrie, eigenes filigranes Fahrleitungssortiment in Ätzausführung herstellen.
Im Bezug auf die verschiedenen Stromabnehmer muss ich mir wirklich was einfallen lassen. Es geht auf dem Weg, Unverändert+Funktion nicht jeder Panto federnd umzurüsten. Das betrift die Scherenstromabnehmer angelehnt an die Europäische Bauform, z.B. auf der EF66 von Tomix. Ohne die entsprechende "Steuerung" welche den SA. stabilisiert, ist das schier ein Unding. Das wird darauf hinaus laufen das einzelne Komponenten bis hin zum Gesamten Panto ausgetauscht werden müßten. Mal sehen. Ich sage jetzt schonmal das ein federnder Panto auf dem E3 Shinkansen nicht realisierbar sein wird. Der Einarmstromabnehmer hatt keine Hubspeiche für die Oberschere. Aber ich bin ja Modellbauer und Bastler. Geht nicht, giebts nicht. Es giebt nur Herausforderungen... Sicher ist, dass ich versucht bin Kunststoffteile wo geht durch metallene zu ersetzen. Alein um der Sicherheit wegen, den Panto beim öffnen nicht zu zerpflücken.
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Re: Oberleitungsbetrieb, ...ein Unding?

Beitrag von waldi » Mo Sep 12, 2011 7:51 am

Lieber Tobi, Danke, das Du Dich diesem Problem widmen möchtest. Die Pantografen von Tomix und Micro Ace sind in Bezug auf ihre Stabilität unter aller Sau.

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Re: Oberleitungsbetrieb, ...ein Unding?

Beitrag von Tatzu » Sa Sep 17, 2011 10:42 am

Ich gebe mir Mühe etwas brauchbares zu machen. Ich werde versuchen den Fahrdraht aus 0.3mm Neusilber und die Pantografenteile ebenfalls daraus zu machen. Die metallenen Teile der älteren Pantos sind auch aus 0,3er Blech.
Daher bin ich zuversichtlich was die Stabilität angeht. Ich werde, einen Scherenstromabnehmer nach jap. Vorbild und einen nach eur. Vorbild (z.B.EF66) sowie einen Einholmstromabnehmer und einen Einarmstromabnehmer zu realisieren, versuchen.
Eine Idee zu jedem habe ich schon.

Bis bald
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Re: Oberleitungsbetrieb, ...ein Unding?

Beitrag von Tosaden » Mi Sep 21, 2011 6:48 pm

Hey, coole Idee. Für mich leider nicht umsetzbar, da ich den Fahrdraht mit einem Gummifaden simuliere. Daher müssen meine Fahrzeuge auch unter "Draht" abgebügelt fahren :(
Tschoe, Guido

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Re: Oberleitungsbetrieb, ...ein Unding?

Beitrag von Tatzu » Fr Sep 23, 2011 7:04 pm

Hier ist mal meine Ausführung zum ersten Fahrdraht, passend für Tomixgleis S280.
Ausführung: Schnellfahrdraht für Shinkansen. Drahtstärke 0,4mm
Sieht das okay aus?
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Shinkansen- Oberleitung Tomix S280.jpg
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Re: Oberleitungsbetrieb, ...ein Unding?

Beitrag von Dr. Yellow » So Sep 25, 2011 2:41 pm

Hi,

ja das schaut schon sehr vielversprechend aus :!:
Allerdings würde ich die Drahtstärke nicht mehr als 0,35mm machen und die Hänger 0,3mm.
Wenn man die Federn der Pantos mit dem geringstmöglichen Anpressdruck anfertigt, dann sollte das auch gehen.
Was meinst Du?
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